Romazava

Ein madegassisches Rezept, das wir gerade in Frankreich im L’Arbre Voyageur gegessen haben. Wenn ich sage ‚wir‘, meine ich natürlich meinen mutigen Mitreisenden, der alles probiert, was es zuhause nicht gibt und mit Romazava einen Volltreffer gelandet hat, weil die benutzten Gewürze was ganz besonderes sind. Mafan oder Parakresse ist eine Blüte, die – vorzugsweise frisch, hier vielleicht eingelegt – auf der Zunge nicht scharf schmeckt, sondern erst im Mund bizzelt, wenn man drauf beißt. Eine sehr gute Erläuterung für die, die’s genau wissen wollen, bei Gernot Katzers Gewürzseite. Hier lernt man auch, dass die Blüte wegen ihrer betäubenden Wirkung kurzfristig gegen Zahnweh hilft. Was will man mehr? Jetzt habt ihr nur noch die Herausforderung, beim Metzger ein Stück Zebu zu bekommen. Und beim Gemüsehändler Parakresse.

Das Rezept folgt übrigens den Vorschlägen des late Anthony Bourdain, der in seinem Beitrag in Parts Unknows auch sehr schön erklärt, wie Essen in Madagaskar allgemein funktioniert. Wahrscheinlich hatte er auch einen Gemüsehändler, der ihm Parakresse und Indischen Senf besorgen konnte… Ich habe allerdings auch schon Rezepte gesehen, in denen die Parakresse durch Langpfeffer und der Indische Senf durch Rucola ersetzt wurde. Und natürlich könnt ihr das Zebu auch durch Tofu ersetzen. Ihr seid schließlich die Chefs in eurer Küche. 🙂

1 kleine Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
1 kleine Stück Ingwer
1 Chilischote (frisch)
1 Bund Parakresse
1 Bund Indischer Senf
2 Hände frischer Spinat
500 g Fleisch (Zebu/ Rind)
1 Dose Tomaten gehackt
Öl, Salz und Pfeffer
Reis

Es handelt sich um einen Stew, nehmt also gleich den großen Topf zum Anbraten und fangt rechtzeitig an. Und lasst den kleineren für den Reis gleich draußen.

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und Chili fein hacken. Zwiebel in Öl glasieren. Fleisch in Würfel schneiden und scharf anbraten. Knoblauch, Ingwer und Chili dazu, ebenfalls kurz rösten. Tomaten aus der Dose dazu, köcheln lassen. Mit reichlich Wasser aufgießen und aufkochen lassen.

Die Kräuter zerkleinern (die Blüten bleiben natürlich ganz) und einkochen lassen, bis das Fleisch weich ist.

Ich würde das ganze – wie im Arbre Voyageur – im Reisrand oder am Reisberg servieren und eine Parakresseblüte (die ja ein bißchen aussieht wie eine kleine grüne Erdbeere) dekorativ obenauf platzieren, damit man gleich mit dem besonderen Geschmackserlebnis beginnen kann. Es schadet vielleicht auch nicht, dass danach der Mund betäubt ist, falls das ganze Gericht in die Hose gegangen ist. Vielleicht sollte die gute Hausfrau sogar immer etwas Parakresse im Kühlschrank haben, falls mal ein kleines Malheur passiert und das Essen dem Ehemann nicht mundet.

Ich lese zuviel ‚Die kluge Hausfrau‘, ich weiß. Aber ich werde demnächst wohl mal ein paar Stellen zitieren, ihr wisst ja alles gar nicht, was ihr mit wenigen Tricks zaubern könnt, liebe Frauchen!