Frittenwerk Köln

An einem anderen wunderschönen Sommersamstag aus einer Zeit, die längst vorbei ist, entfleuchten wir der Gartenarbeit (die der liebe Gott vor’s Im-Garten-Rumfläzen gesetzt hat) und machten Powershopping in Köln. Zur Belohnung gingen wir mittags ins Frittenwerk, das sich dem ordentlichen Frittieren von Kartoffeln widmet. Wegen der Nähe zu den Niederlanden hatte ich Hoffnung, dass das auch gut funktioniert.

img_3494Atmosphäre – Wie so viele Bürgerläden (Schuldigung: Fashionfoodläden) ist auch das Frittenwerk sehr rustikal mit einem Touch Steampunk eingerichtet, alles schön mit Backsteinen und Kreidetafeln, Industrielampen und hängenden Basilikumpflanzen. Es ist relativ eng, so dass die, die drinnen sitzen, immer bedrängt werden von denen, die sich in einer Riesenschlange bewegen, die sich durch die Eingangstür an der Theke vorbeiwälzt und dann mit beladenen Tabletts wieder ihren Weg nach draußen sucht.

Das mit der Bestellung läuft so ähnlich wie in jedem Starbucks, nämlich vorne bestellen und bezahlen und hinten das fertige Essen entgegennehmen. Wichtig ist, dass man sich den Namen merkt, der einem mitgegeben wird bei der Bestellung, denn hinten wird man mit genau diesem Namen aufgerufen (was bei dem Lärm echt schwer zu hören ist), außerdem muss man seinen Bezahlzettel vorzeigen. Wir waren ‚Fireman‘, was in Anbetracht unserer Reaktionszeit bei diesem intellektuell anspruchsvollen Prozess eher Wunschdenken als verdient war…

Draußen ist der Bürgersteig mit Holztischen gepflastert, so dass es relativ gemütlich an der Ehrenstraße sitzen lässt. Wie üblich, kann man sich stundenlang mit dem Beobachten der Promenierer und Shopper beschäftigen, wird aber irgendwann von den nachrückenden Pommesessern freundlich, aber bestimmt von der Bank geschubst, so dass es eine natürliche Fluktuation gibt. Merke: Das Frittenwerk ist nicht zum Verweilen gemacht, sondern, um deinen Hunger nach Pommes zu stillen.

img_3504Was gibt’s zu essen? – Vielerlei Pommes mit allerlei lustigen Sorten von Saucen, die natürlich alle hausgemacht sind und eine Zauberzutat besitzen. Spezialität sind die kanadischen Poutines, die im Prinzip Pommes mit Käse und Bratensauce sind. Ihr seht, die strategische Stoßrichtung geht mehr in Richtung ‚cool und trendy‘ als ‚Haute Cuisine‘. Witzigerweise gibt es im Frittenwerk mehrere Poutinevarianten, die alle irgendwas plus Mozzarella beinhalten. Ach ja, die Pommes sind natürlich frisch und haben einen Housecut (ich lach mich tot), der den optimalen Geschmack der Fritten zur Geltung bringt. Im Prinzip nicht falsch, aber auch ganz schön putzig.

img_3490Wir hatten einmal Chili-Fries und einmal Currywurst mit Pommes. Während die ’normalen‘ Fritten mit Sauce nur ein wenig teurer sind als die an einer simplen Pommesbude (und die Currywurst ungefähr dasselbe kostet), sind die Poutines schon ganz schön teuer, sie kosten zwischen 4,90 und 6,90 €. Die Portionen sind nicht so wahnsinnig groß, das heißt, wenn ihr etwas mehr Hunger habt, müsst ihr entweder in Saucen oder Zusätze investieren oder eine zweite Portion kaufen.

Schmecken tut alles sehr gut, allerdings fand ich den ‚home-made‘ Ansatz für die Currysauce gewöhnungsbedürftig, denn die Sauce war sehr frisch und tomatig und weniger eingekocht, so dass sich die Sauce mehr wie eine Salsa verhält und nicht so an die Tomaten schmiegt, wie ich’s gerne hab. Immerhin kommt die Wurst aus Korschenbroich und die Kartoffeln sind ebenfalls regional – sagt zumindest das Frittenwerk.

img_3495Putzig sind auch die Gabeln aus Holz und Schälchen aus Pappe, die so schön zum Innendesign passen und dabei auch noch die Umwelt schonen. Vielleicht kann man aus den gesammelten Pommesgabeln ja noch was zu Weihnachten basteln, wie wir das letztens beim Thanksgiving getan haben?

Also? – Joa, kann man schon machen – falls es das Frittenwerk im nächsten Sommer noch gibt (und nicht einfach von einer weiteren Hans-im-Glück-Filiale einfach übernommen wurde). Und man nicht doch im Kittichai landet und sich was gesundes Asiatisches gönnt.

Kreditkarten – Zahlen kann man in bar und mit EC-Karte.

Wie kommt man hin? – Tja, ich parke in Köln immer irgendwo oder kommt mit dem Zug und renne dann shoppend durch die Gegend, so dass ich noch nie versucht war, direkt in die Ehrenstraße zu müssen. Parken kann man gleich gegenüber im Parkhaus in der Maastrichter Straße.

Reservieren kann man leider nicht. Na ja. Muss vielleicht auch nicht sein, um mal ’ne Pommes essen zu gehen.

img_3480Frittenwerk Köln
Ehrenstr. 94
50672 Köln

Telefon: +49 211 97 17 43 69 (eine Nummer in Düsseldorf? Kommt mir spanisch vor.)

E-Mail: koeln@frittenwerk.com
Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag: 11.30 bis 22 Uhr.
Freitag und Samstag: 11.30 bis 23 Uhr
Sonntag geschlossen

 

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