Schokotärtchen mit Espressoöl und Frosted Blueberries

Gestern waren wir bei Graziella (und Günter natürlich) zum Käsefondue eingeladen und ich habe versucht, einen passendes Schweizer Dessert zu finden. Apfelwähe war mir nicht glamourös genug, Tobleronemousse zu an den Haaren herbeigezogen (obwohl eine Schokoladenmousse ja IMMER geht), also habe ich in meinen eigenen Rezepten gesucht.

Ich hätte gerne ein Semifreddo gemacht, aber das hätte den Transport nicht überlebt. Also habe ich mir etwas ausgedacht, das sowohl transportabel ist als auch kind of italo-schweizerisch. Also auf jeden Fall irgendwie so. Das Rezept basiert übrigens auf meinem italienischen Schokoladenkuchen, den ihr auch als Ganzes machen könnt. Das Espressoöl macht ihr besser schon ein paar Stunden (oder eine Nacht) zuvor.

Schokotärtchen

 

200 g Zartbitterschokolade
6 Eier
200 g Blaubeeren oder Himberen
200 g Butter oder Margarine
100 g Mehl
250 g Zucker
1 Espressolöffel Zimt
1 Espressolöffel Curry
6 Kardamomkapseln
100 Milliliter Olivenöl
eine Handvoll Espressobohnen
Puderzucker

 

Kardamomkapseln plätten und die schwarzen Samen sammeln. Olivenöl mit den Espressobohnen und den Kardamomkapseln kurz  auf maximal 70 Grad C erwärmen. Dann in eine kleine Glasflasche füllen und ein paar Stunden oder über Nacht stehen lassen.

Die Blau-, Him- oder Erdbeeren waschen und gut abtrocknen. Ein Eiweiß ein wenig aufschlagen und die -beeren damit bepinseln. Mit Zucker großflächig bestreuen und ein bißchen darin wälzen. Dann möglichst einzeln trocknen lassen. Auch das dauert am besten eine Stunde oder mehr.

Zartbitterschokolade und Butter schmelzen. 5 Eier und das restliche Eigelb und Eiwei… Eiklar werde ich gerade berichtigt… schaumig aufschlagen. Dann die Schokoladenbutter unterheben und dann mit Restzucker (so 200 Gramm) und dem Mehl zu einem schönen Schokoladenteig verarbeiten.

In 8 Schraubgläser (ihr könnt das natürlich auch auf 6 oder 10 oder alles dazwischen verteilen) füllen und diese in eine mit Wasser gefüllte Auflauf- oder Backform setzen.

Bei 180 Grad C 15 Minuten backen, so dass der Kuchen noch einen weichen Kern behält.

Aufgepasst beim Herausnehmen aus dem Ofen, das Wasser ist natürlich auch heiß wie die Hölle, falls es euch über die Finger schwappt.

Die Tärtchen (schönes Wort habe ich da erfunden. Aber wahrscheinlich waren das die Schweizer – wie immer!) lassen sich gut in den verschraubten Gläsern transportieren, ebenso wie das Espressoöl in der verschraubten Flasche und die geeisten Beeren in einem flachen Behälter, den ich zudem mit Küchenpapier ausgeschlagen habe.

Das Öl habe ich mit einer Espressobohne in einem Löffel platziert (da gibt es vielleicht noch bessere Ideen, zum Beispiel diese asiatischen Suppenlöffel, die auf dem Tisch stehen können, oder Tapaslöffel aus weißem Porzellan), damit man den besonderen Geruch von Kaffee und Olivenöl wahrnehmen kann, bevor man die warme Schokolade riecht. Nachher wird das Ganze natürlich auf den Kuchen gegossen und freundet sich umgehend mit dem Zimt und dem Curry an. Das klingt so gar nicht schweizerisch, aber die Schweizer sind gar nicht so fremdenfeindlich wie man denkt. Hoffe ich. Also immer schön offen bleiben für alles Fremde, es könnte ein leckeres Dessert daraus werden!

Den Kuchen kann man eventuell auch aus dem Glas nehmen, dann müsst ihr aber aufpassen, dass ihr die Außenschicht nicht verletzt und der flüssige Kern nicht flüchtet. Obwohl das bestimmt auch schön zu dekorieren ist. Stattdessen habe ich alles mit Puderzucker besiebt (auch den ganzen Küchentisch. Hey, es schneit am Frühlingsanfang!) und die Blaubeeren drumherum und auf dem Kuchen drapiert. Ehrlich gesagt, habe ich die Blaubeeren auch als Löffelablage mißbraucht, so dass das Öl unverschüttet von der Küche bis auf den Tisch gelangte – auch bei nicht professionellen Kellnern. Das war ’ne coole Idee (auf eigene Schulter klopf…), denn die nicht-professionellen Kellner waren ganz schön angeschickert von dem Wein im Käsefondue. Und dem Grappa danach.

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