Tobioka

Endlich mal wieder aus Bonn raus. Nachdem wir uns den halben Tag in Köln herumgetrieben hatten und mir klar war, dass die günstigeren Preise in den Cafés auf jeden Fall durch die Parkgebühren aufgefressen worden waren und ich mir wieder vornahm, nächstes Mal mit dem Zug in die Stadt zu fahren, was aber ja schwierig ist, wenn man unterwegs noch Kleinmöbel am Rand der Autobahn shoppen will, obwohl man da angesichts der Parksituation an einem Samstagmorgen ebenfalls vielleicht doch besser mit der Bahn, andererseits aber die Parktautomaten echt eine Divenattitüde an den Tag legten, als sie plötzlich keine ungerade Beträge akzeptieren wollten, was ich von einer Stadt wie Köln nicht erwartet hätte, die doch sonst alles lockerer nimmt… dann fanden wir uns abends sehr überraschend in der Kölner Südstadt in einem japanischen Restaurant wieder und waren auch nur ein Viertelstunde zu spät zur Verabredung mit unseren Freunden. Tief durchatmen.

 

Winke winke, mir jonn eene... esse...Atmosphäre – Wie viele asiatische Restaurants ist das Tobioka stilecht in einer ehemaligen Veedelskneipe mit Butzenscheiben untergebracht (ihr seht schon, meine Anwesenheit in Köln und unter Kölnern löst schon einen leichten Dialektdefekt bei mir aus). Was praktisch ist, denn dadurch gehen die Nicht-Insider vielleicht einfach vorbei und man hat das Glück, auch einem Samstagabend noch eine Reservierung zu bekommen. Vielleicht hat da aber auch einer was geklüngelt (verdammt, da isses schon wieder!).

 

White RabbitWie in einer richtigen Kneipe gibt es eine lange Theke, an der jetzt aber nur noch Winkekatzen stehen und die Räume vorne an der Tür und das Hinterzimmer sind mit allerlei Devotionalien und Umlackierung der Balken von rustikal in japanisch verwandelt worden.

Die Bedienung sieht ausreichend asiatisch aus und ist vor allem so gekleidet, wie man sich als Dorfpomeranze ein traditionelles japanisches Gewand vorstellt (mit lustig-bunter Schürze davor), so dass man sich vielleicht noch nicht in Tokyo, aber mindestens schon mal in Düsseldorf wähnen kann (Watt? Düsseldorf??).

Vielleicht hatten wir nur das Glück, nahe an der Theke zu sitzen, aber der Service war schnell, sehr freundlich und vor allem sehr geduldig, als wir um elf immer noch da saßen und Räubergeschichten erzählten (man sieht sich ja so selten), obwohl das Restaurant eigentlich schon viel früher zu macht. Und das alles trotz des Andrangs, der an diesem Abend geherrscht hatte und des Abendessens, das nach dem Aufräumen noch auf die Damen wartete.

 

SashimiplatteWas gibt’s zu essen? – Einige von uns haben es sich einfach gemacht, indem sie einfach ein Menu bestellten, das dann einfach in leicht verdaulichen Abständen gebracht wurde. Was blöd für uns andere war, die einfach nur Sushi genommen hatten und darauf warten mussten, dass die drei Vorspeisen dann endlich durch waren, bis unser Kram kam.

 

 

Seealgensalat
Dabei war es gar nicht so einfach, sich auf der Karte zurechtzufinden, denn sie war nicht – wie sich das in Deutschland gehört! – einfach eine Liste der Speisen mit Preisen (jetzt reimt sie auch noch…), sondern eine Übersicht mit kleinen Kästchen, in denen der deutsche und japanische Name der Speise standen und irgendwo waren Kommentare und Preise an die Seite notiert. Ich musste voll umdenken! Zum Glück waren häufig auch noch Fotos dabei und wenigstens das Tagesangebot war schön von oben nach unten aufgelistet…

 

California Love
Wie gesagt, einige von uns hatten gleich ein Menü namens Okame in voller Schönheit bestellt, andere nur Vorspeisen, Hauptgericht und Dessert nach Gusto und vor allem nach Resthunger. Zum Start gab’s zum Beispiel Tempuragemüse oder eine Misosuppe. Im Menü gab es drei Vorspeisen, die in schön verdaulichem Abstand hintereinander kamen: Seealgensalat, frittierter Tofu und ein grüner Salat. Und Misosuppe.

 

Verggie-Sushi für den Warmduscher
Wir anderen hatten entweder Sushi oder ein Hauptgericht. Die variieren zwischen einer Sushiplatte, Tempura in großen Mengen oder Fisch oder Huhn mit Beilagen. Außerdem gibt es noch Udon und zahlreiche Suppen mit Nudeln, aber da wir uns so lange nicht gesehen hatten, wollte ich nicht gleich mit schlechten Manieren aufwarten, indem ich die Nudeln schlürfte und die Suppe aus der Schale trank wie die anderen alle hier. Schechz. Wieder mal ein Zeichen eines ‚echten‘ japanischen Restaurants: Wir würden gefragt, ob wir für die Suppe einen Löffel brauchten. Passiert uns in Bonn in den Sushiläden nie. Natürlich gab es wieder mal jemanden, der auf echt japanische Art direkt aus der Schüssel trank, aber die anderen nahmen brav den Plastiklöffel.

 

Banane und Rote-Bohnen-Eis auf Blattsalaten
Da ich auf strenger Diät war, seit ich nachmittags Bademode für den nächsten Urlaub anprobiert hatte, gab es für mich keinen Nachtisch. Außerdem lehrt mich die Erfahrung, dass es sich für die meisten asiatischen Desserts die Kalorien nicht so richtig lohnen – Stichwort ‚keine Schokolade‘. Für die anderen gab es – sehr gesund als Teil des ausgewogenen Menüs – eine halbe kunstvoll vorgeschälte Orange (das muss ich auch unbedingt lernen) und für die anderen frittierte Banane mit Rote-Bohnen-Eis. Auf einer Variation von Blattsalaten. Interessant…

Also? – Wieder hin, wenn Düsseldorf zu weit ist. Es war nicht gerade bilig (vor allem, wenn man die Parkgebühren bedenkt!), aber das ganze hat echt Spaß gemacht und die Speisekarte ist noch  lange nicht abgearbeitet!

TobiokaTobioka
Karolingerring 40
50678 Köln

Telefon: +49 221 34 89 888

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 12:00 bis 14:30 und 18:30 bis 22:30 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag:  18:30 bis 22:30 Uhr

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.