Mojito

Gestern waren wir zur Krönung des Tages noch im Mojito, meiner Stammkneipe. Wenn ich eine hätte. Aber Tatsache ist, dass ich seit mindestens fünfzehn Jahren immer mal ins Mojito gehe. Früher wegen der Happy Hour und den versteckten Sitzecken im ersten Stock, heute wegen der Cocktails und der Burger, und weil’s um die Ecke ist.

MojitoAtmosphäre – Schon draußen lädt einen eine Kreidetafel zur Happy Hour für Cocktails und Pizza ein, während man versucht, die Straße zu überqueren, ohne von der Straßenbahn überfahren zu werden. Die feuerfeste graue Metalltür wirkt erstmal nicht sehr einladend, aber die Kunden, die in der Nähe dieser Tür sitzen, wissen es zu schätzen, dass der Rauch der im Eingang stehenden Raucher nicht durch alle Ritzen zu ihnen durchdringt.

 

CocinaEs gibt eine Bar, an der häufig Stammgäste sitzen, vielleicht auch Nachbarn und Freunde, was ja sonst den Kölner Eckkneipen vorbehalten ist. Die Idee dringt aber auch langsam in die Bonner Südstadt durch, glaube ich. Vermutlich, weil jeder einen Freund hat, der sich mit einem Café oder mindestens einer Kaffeerösterei in den letzten Jahren selbständig gemacht hat.

Der untere Raum ist mit hohen Tischen und Stühlen ausgestattet, während man im Obergeschoss an ganz normalen Tischen, aber sehr kuschelig beisammen sitzt. Wer es nicht mag, von ankommenden oder gehenden Gästen oder dem Kellner angestupst zu werden, sollte sich lieber nach unten setzen. Immerhin hat man von oben – zumindest von den vorderen Plätzen eine wunderbare Aussicht auf den Fernseher, auf dem häufig Fußball läuft (kein Fashion TV), während man unten zusätzlich in die Küche oder auf die Straße auf knapp vermiedene Verkehrsunfälle schauen kann.

EmporeAlles ist mit vollgehangen mit Havanna Club Werbung, um eine irgendwie kubanische Stimmung zu erzeugen, dazu trägt auch die Beschallung mit Enriqe Iglesias, Buona Vista Social Club und – aufgepasst – Orishas bei, die angeschaltet wird, wenn Fußball vorbei und der Fernseher aus ist.

Das Stierkampfplakat neben dem Toiletteneingang erinnert mich an die Haifischbar von meinem Onkel Günter, der hatte sich auch sowas mitgebracht aus seinem ersten Spanienurlaub in den Fünfzigern. Daneben gibt es Kunstdrucke von Rodin mit afrikanischen Motiven, die wohl eher einer persönlichen Vorliebe entspringen als dem allgemeinen Thema der Bar. Noch mehr Eckkneipenfeeling. Allerdings ist es auch unglaublich laut, so dass am Ende des Essens meistens auch das Verlassen des Geländes angesagt ist. Ich bin eben keine 23 mehr…

Happy HourDer Service war übrigens großes Tennis, was bestimmt zum Teil auch daran lag, dass wir den Tisch direkt neben der Bar hatten. Der Keller konnte uns überhaupt nicht ignorieren, aber das wollte er auch gar nicht. Das Bestellen ging flott, die Getränke und Essen kamen schnell und alles wurde auch schnell wieder abgeräumt, wenn wir fertig waren, damit man wieder Platz auf dem Tisch hatte.

Das Küchenpersonal hat mich übrigens total überfordert, weil das Essen so schnell kam. Also insgesamt und auch schnell hintereinander. Noch nicht mal Sven hatte seinen Salat aufgegessen oder mir die letzte Dattel streitig gemacht, als der Burger kam. Unvorstellbar.

Mojito CheeseburgerWas gibt’s zu essen? – Tapas, Pizza, Burger. Keine hohe Küche, aber man wird mehr als satt davon. Und glücklich. Bei den Tapas haben wir uns auf die Datteln im Speckmantel gestürzt, die sehr zahlreich und lecker waren- Auch sie wenn nach meiner Meinung  in der Küche noch ein bißchen krosser hätten backen können. Aber vermutlich hat man meine Begeisterung darüber, dass es Datteln gab, bis in die Küche gehört und wollte mich nicht warten lassen.

Wir hatten Burger mit Pommes (just can’t get enough), die nicht nur sehr gut waren, sondern auch mit Salat gereicht wurden. Für den Preis des Cheeseburgers gibt es in den meisten Läden entweder nur den Burger oder nur den Burger mit Pommes. Wie gesagt, kein Chichi, die Mayonnaise wurde direkt aus der großen Plastiktube aus dem Großmarkt serviert und es wurde auch nicht gefragt, ob ich das Fleisch vielleicht medium haben wollte. Werde ich zuhause beim Grillen auch nicht. Und die Salatsauce war besser als zunächst der Salat aussah (nämlich wie der typische Salat in einem gutbürgerlichen Restaurant), also lasst euch nicht verunsichern.

Blue CloudDanach konnten wir uns leider keinen Nachtisch mehr gestatten, nach dem ganzen Großfresseinsatz gestern. Aber den Cocktail haben wir uns dann trotzdem noch gegeben, ich vor allem wegen der Farbe und des Namens…

Also? – Immer wieder hin. Auch wenn ich eigentlich nicht mehr auf die Happy Hour-Preise bei der Pizza angewiesen bin und alles in den letzten Jahrzehnten ein bißchen abgenutzt wurde. Auch, wenn es keine Edgar- und Kultikus-Karten gibt. Das Mojito bleibt meine Stammkneipe.

Adresse: Königstraße 9, 53113 Bonn
Telefon: +49 228 4228727
Internet: http://www.mojito-bonn.de/

Öffnungszeiten
Täglich ab 18 h

 

 

 

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