Rheingold Hotel

… oder ‚KM 660,5‘ wie die Strandbar und das Restaurant eigentlich heißen. Aber wenn ihr daran vorbeikommt, werdet ihr das Schild ‚Hotel Rheingold‘ schon von weitem erkennen und ich schätze, ihr werdet nicht aus Versehen vorbeilaufen oder ein Hotelzimmer buchen, statt in die Strandbar zu gehen. Obwohl das wohl theoretisch möglich ist. Vielleicht sogar empfehlenswert.

Hotel Rheingold

Atmosphäre – Denn das allerbeste am Hotel Rheingold und der zugehörigen Strandbar ist mal ganz klar die Lage. Nicht mehr ganz Bonn, aber mit Aussicht auf Bonn irgendwo hinter der Siegmündung in Mondorf, ausgestattet mit einem Sandstrand und – bei Niedrigwasser – auch mit einem Steilhang zum Rhein und das ganze auch spät noch mit Sonne, Aussicht und Liegestühlen.

Die Strandbar selbst ist am Rande des Uferwegs mit einer kleinen Terrasse und – etwas geschützter – mit Tischen in kleinen Abteilen untergebracht (also entweder ein ehemaliges Bootshaus oder Garagen) und hat eine wettersicherere Abteilung im Obergeschoss und vermutlich auch irgendwo die Hotelzimmer. Das ganze hat so eine hey-cool-Surf-Hippie-Atmosphäre mit einer Deko, die vermutlich neben dem XXL-Gastropaket von fritz und Astra vor allem die Sammlung ausrangierter Surfboards- und -segel des Besitzers umfasst. Ist aber ok, wenn man den Sand zwischen den Zehen spürt und die Sonne heiß auf die eigenen sommerblonden Surferlocken scheint.

Der Service war meistens bemüht, aber nicht immer in der Lage, zwischen Bar und Küche und den Gästen zu vermitteln. Meistens bedeutet, wir hatten ein Rotationsverfahren wie bei den Grünen in ihrer ersten Parlamentszeit und schon das hat es – wie bei den Grünen damals – nicht einfacher gemacht, die  Bestellungen lückenlos zwischen Terasse und Bar/Küche hin- und herzuschicken oder einfach nur ihren Stand nachzuvollziehen. Möglicherweise haben wir einen schlechten Tag erwischt, denn wir bekamen irgendwann mit, dass alle Vorräte verdorben waren und man im Rewe in Mondorf hatte schnell Ersatz besorgen müssen, aber auch das hat unser Vertrauen nicht so wahnsinnig bestärkt. Vor allem, weil das die Erklärung war, warum wir einen Cheeseburger nach zwanzig Minuten bekamen und den anderen nach einer Stunde. Und das war übrigens genauso mit den Getränken: eins kam umgehend, das zweite nach zweimal nachfragen und als das erste leer war (wir waren zu zweit und die Größe des Tisches hätte auch zwei Getränke auf einmal hergegeben). Zum Glück bin ich ein unglaublich großzügiger Mensch und habe sowohl mein Getränk angeboten und auch meine Pommes geteilt. Zum Trost bekam einer von uns einen Capuccino auf’s Haus – den wir uns dann wieder teilten, nachdem wir das schon den ganzen Abend durchgezogen hatten. Schließlich hatten wir ihn uns ja beide verdient…

Rheingold BurgerWas gibts zu essen? – Tja, das Lob der Lage war im Prinzip auch schon das beste, was man so sagen kann. Ich hatte den ersten Cheeseburger und war froh, dass ich bei dem Ehrgeiz in der Küche kein Steak für knapp zwanzig Euro bestellt hatte. Wer ein so verbranntes Essen rausgehen lässt, hat auch keine Angst, dass der Gast sich an der nicht gekühlten Mayo stirbt oder mit dem Salat zu Tode langweilt. Vielleicht hätte ich eine Pizza bestellen sollen (nein, auch die wäre verbrannt) oder irgendetwas anderes oder an einem andern Tag kommen sollen, aber das war mit Sicherheit der allerschlechteste Burger, den ich jemals gegessen habe. Und ich mache die Dinger manchmal sogar selbst!

Also? – Ehrlich? Ich hatte den Eindruck, der Barkeeper war kein Barkeeper und der Koch kein Koch. Vielleicht musste auch der Service selbst immer wieder in die Küche und zwischen dem Bedienen bruzzeln oder umgekehrt. Der Anspruch war eher so auf dem Level ‚Mein erstes Studienjahr und ich muss jetzt selbst kochen – ach, da kann man das Schwarze abschneiden und dann gehts‘. Was eigentlich total bescheuert ist, denn die Lage ist so cool und man könnte wirklich Leute damit glücklich machen. Indem man erstmal einfach viele schöne kalte Getränke serviert, den Service fröhlich macht und sich vielleicht (hört, hört) jemanden holt, der Phantasie zum Thema ‚Strandbar‘ entwickelt. Oder ‚Surf and Turf‘, also Steak und Fisch, oder ‚California Fusion Food‘ oder …. oder einfach nur gutes einfaches Essen wie Burger, Pizza und Salat macht.

Also also? Wenn wieder hin, dann mit einer Flasche Wasser in der Handtasche (falls es heiß ist) und am besten war man vorher schon essen. Aber die Location ist wirklich traumhaft. Vielleicht ist es ja einfacher, ein Zimmer zu mieten und einen Picknickkorb mitzubringen?

Adresse: Rheinallee 27, 53859 Niederkassel – Mondorf
Telefon: +49 228 450099
Email Info@rheingold-hotel.com

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag ab 18 h
Sonntag ab 9 h (Frühstücksbüffet)

 

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