Ruland

Endlich komme ich mal dazu, etwas über das Ruland zu schreiben. Es hat vor ein paar Jahren neu aufgemacht in Bonn hinter dem Rathaus an einer Stelle, an der es schon immer ein italienisches Restaurant gab – geheiligter Boden sozusagen. Das neue hat sich sehr schön herausgeputzt mit Hellgrün in Kombination mit Leopardenmuster. Wobei, wie ich inzwischen festgestellt habe, das Leopardenmuster eher von den Gästen kam als direkt von der Restauranteinrichtung. Das hat uns eine Weile vom Ruland ferngehalten, aber irgendwann wollten wir’s dann doch selbst wissen. Und siehe da: Alles anders!

RulandAtmosphäre – Drinnen ist alles eine feine Mischung aus modernem Grün mit viel Hell und ein paar alten Elementen und rustikalen Tafeln. Insbesondere die Garderobe im Keller erinnert mich an hundert Jahre alteingesessene Gastronomie, sehr hübsch das. Der Raum ist etwas verwinkelt, so dass man entweder schön für sich auf ein paar Bänken sitzen kann oder – wenn man gerade so aufgetakelt ankommt wie meine Mom und ich letztes Mal – man gleich präsentabel in den runden Erker an der Straßenecke gesetzt wird (leider hatten wir keine Leopardenklamotten zu bieten).

 

RulandDraußen sitzt man (zwei Häuser weiter um die Ecke) in einem schön gepflasterten Zugang zum Unigebäude in einem mit Schirmen, Hecken und Olivenbäumen geschaffenen Hof, den man leicht übersehen könnte, wenn nicht extra eine Tafel mit Zaunpfählen hinwinken würde. Auch hier ist alles fein gedeckt mit eigenen Rulandgläsern und – na ok – weißen Papierservietten. Und wenn dann die Sonne schön scheint, die Aperolgläser glitzern und sich die Olivenbäume im leichten Wind wiegen und es riecht schon von den anderen Tischen verheißungsvoll nach Olivenöl, Tomaten und frischem Brot, ist das ganz ernsthaft schon mal ein klitzekleiner Italienurlaub. Nur aufgepasst, dass ihr nicht plötzlich Fernweh bekommt!

Ruland

Man kann sich mit Brot mit Olivenöl dann schon mal die Zeit bis zum Essen vertreiben und die Atmosphäre in vollen Zügen genießen. Denn als wir draußen saßen, kam alles ein bisschen langsamer als drinnen und auch die Kellnerinnen und Kellner waren sehr nett und superfreundlich, aber ein kleines bißchen verträumt. Die Vorspeisenplatte kam ohne Besteck, keiner von uns hatte Servietten und die Dessertkarte brauchte auch einen zweiten Anlauf. Andererseits waren wirklich alle sehr aufmerksam, wenn man denn dann Besteck oder Servietten anforderte.

Was gibts zu essen? Eine eher kleine Karte mit verschiedenen typischen, aber sehr individuellen Abwandlungen, was ich sehr erfrischend finde. RulandZum Beispiel gibts eine weiße Bolognese mit Kalb, die wahnsinning lecker ist oder eine Lasagne mit Huhn, die ich etwas lasch fand, allerdings hatte ich in der Tat eine sehr intensive fleischige Lasagne erwartet und diese hier war eher sommerlich leicht – also durchaus richtig für die Jahreszeit und für viele eine gute Alternative. Aber auch die Pizza, die wir letztes Mal hatten, war nicht gerade von der Stange wie die Calzone mit leicht scharfem Olivenöl im Deckel. Und man kann mehrere Pastasorten mit verschiedenen Saucen frei kombinieren, das ist für mich immer die ganz große Hilfe, wenn ich einen Höllenhunger auf Gnocchi Gorgonzola habe (ok, das bekommt man fast überall) oder auf Penne mit Walnusssauce oder so. Die Portionen sind nicht groß und wirken auf den riesigen Tellern auch nicht so, aber keine Angst: Man wird wirklich satt (siehe Dessert) und die Qualität ist herausragend.

Die Desserts waren typisch italienisch und typisch Ruland, also gab es Panna Cotta (mit Waldbeeren), Tiramisu (auch in einer sehr wohlschmeckenden Orangenvariante) und Creme Brulee (auch ein typisch italienisches Gericht, gelle?). RulandUnd noch eine Käseplatte, aber ehrlich, das ist für mich überhaupt kein Dessert.

Bei der Herstellung muss in der Küche beim Einsortieren der Teller und Schalen irgendwie ein kleiner Fehler passiert sein. Denn meine Lasagne kam nicht in der üblichen ovalen ofenfesten Form, sondern schön dekoriert auf einem großen Teller, wohingegen die Creme Brulee in ebendiesen großen Formen serviert wurde, so dass schon beim Anblick das Gejammer groß war, ob wir diese riesigen Portionen wohl schaffen würden. Na ja, es gab die üblichen Lebensmittelverschiebungen auf dem Tisch, die ich bei Dessert sowieso genau richtig finde und am Ende waren alle Teller leer und alle Esser satt. Richtig satt. Der Espresso und der Grappa haben das Essen dann abgerundet und wir sind fröhlich im schwindenden Sonnenlicht nach Hause gewankt. (Das lag aber nicht am Grappa, sondern am Essen).

Also? Immer wieder hin. Vor allem im Sommer, wenn das Fernweh zu groß wird.

Ruland
Bischofsplatz 1, 53111 Bonn
Telefon: +49 228 41027670
http://www.ruland-bonn.de

Öffnungszeiten
Montag bis Samstag 12 – 24 h
Sonn- und feiertags geschlossen.

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