Ginyuu

Gestern waren wir extrem spontan in einem Restaurant essen, von dem wir an diesem Abend zum ersten Mal gehört hatten. Und zwar von einem Kenner der Starbucks- und Va Piano-Szene, der sich in Gourmetkreisen besser auskennt als ich. Das Ginyuu ist – natürlich stark vereinfacht – die asiatische Variante des Va Piano und während man in einigen Städten angeblich schon jetzt im Va Piano Asiatisches bekommt, muss man in Bonn dafür immer noch in ein eigenes Restaurant. Glücklicherweise befindet es sich direkt um die Ecke vom Bonner Va Piano, so dass man sich nicht viele Gedanken machen muss beziehungsweise sich schnell umentscheiden kann. Falls das Infas-Call Center zwischen den beiden Restaurants irgendwann mal aufgeben sollte, kann man sich vielleicht sogar im Innenhof zum gemeinsamen Essen treffen. Horrido.

Update: Inzwischen gibt es einen Service am Tisch, was super angenehm ist, denn man muss nicht immer das Gespräch unterbrechen, weil man noch etwas trinken möchte.

ginyuuAtmosphäre Sehr stylish in dunklem Holz mit Japanschick und Glitzerglaszweigen an der Decken und netten Sitzecken im oberen Geschoss. Beim Eintritt bekommt man von den Empfangsdamen (-herren habe ich noch keine gesehen) die übliche Karte in die Hand gedrückt, mit der man nachher abrechnet, und eine Speisekarte. Man kann an niedrigen oder hohen Tischen sitzen wie im Va Piano, allerdings nicht auf Kissen an einem ganz flachen Tisch knien. Wir sind ja nicht in einem japanischen Teehaus oder so. Wer die Toiletten sucht, geht ins Obergeschoss und folgt dann der Beschilderung zum Notausgang.

ginyuuZurück am Tisch kann man sich entweder für die Bar an der einen Seite des Raums oder die Essensausgabe an der anderen Seite entscheiden. Wer zu dritt unterwegs ist, schickt jeweils einen an jede Station und platziert den Dritten am schönsten Tisch. Der kann zwischendurch die bereitgestellte Deko samt scharfer Sauce (Chili in Öl) und Essstäbchendepot bewundern und die Taktiken der anderen Gäste beobachten. Auch hier gilt das Va-Piano-Prinzip, dass auch gerne Familien mit Babies oder Kindern (oder Hunden) hier einkehren, weil soviel Platz für den Kinderwagen und die tobenden Kinder ist. Die Hunde hingegen liegen brav unter dem Tisch.

Gewiefte Esser (und den hatten wir ja als Berater dabei) bestellen gleich Vor- und Hauptspeise, damit man nicht die ganze Zeit aufeinander warten muss und Zeit zum Reden hat, und stehen dann erst wieder für Dessert und Kaffee (den gibt’s auch) auf. Da muss man dann entweder schnell essen oder kalte Vor- oder Hauptspeisen bestellen.

Ginyuu Green Jungle ReisWas gibts zu essen? Frühlingsrollen, Suppen und Sushi als Vorspeise, Reis- und Nudelgerichte, asiatische Salate, aber auch Burger als Hauptgerichte und eine lustige Auswahl von Desserts, die eher pseudoasiatisch waren, zum Beispiel vietnamesischer Kaffeeirgendwas, der aussah wie ein noch nicht gebackener Mürbeteigboden. Es gab von den echten Kerlen, die dabei waren, Beschwerden, dass das Essen nicht scharf genug war und man sich da durchaus dann auch das dreischotige (also sehr scharfe) Essen hätte bestellen können.

Ginyuu FrühlingsrollenAber ich war’s zufrieden, dass mein Gericht Green Jungle nur ein bißchen scharf war. Dafür aber sogar vegan (gewesen wäre, wenn ich kein Hühnchen dazu genommen hätte). Ob dieser Meinung wurde ich dann als ‚Fadtussi‘ bezeichnet. Phhh. Insgesamt gab es auch Kritik von denjenigen, die dem Bestell- und Kochvorgang beiwohnen durften: Anscheinend sind die Zutaten schon so vorportioniert (Fleisch kam aus einzelnen Plastiktütchen) und sortiert, dass sogar ein Nichtkoch die Gerichte zusammenbrutzeln kann. Was ja per se nicht schlimm ist und auch meinen Erwartungen an eine solche Kette durchaus entspricht. Ist eben nicht der Asiawok am Busbahnhof, wo der Koch noch kreativ werden kann.

Ginyuu SchokoladentrifleÜber die Desserts habe ich ja schon gesprochen, ich nehme an, dass ich mit meinen Schokoladentrifle einfach als Experte für Süßes bewiesen habe, denn der war ein echtes Geschmackerlebnis. Insgesamt eine kleine Portion, aber damit konnte ich leben, denn eigentlich hätte ich an diesem Abend ja zum Sport gesoll…wollt. Aber, wie ich finde, eine feine geschmackliche Reise von oben nach unten (das wäre dann auch meine Empfehlung zum Essen) über die scharfen Wasabinüsse über die feste Schokoladenmousse durch Schokoladenkeksteig und zum Schluss ganz unten eine Karamellsaucenschicht.

20140122-113912.jpgDie Getränke waren nur wenig asiatisch angehaucht, es gab Espresso, aber keinen vietnamesischen Kaffee, aber schon sowas wie Chai Latte. Außerdem Cocktails, aber zu Preisen, die man eher in Harry’s New York Bar oder einer der zahlreichen Hemingway-Stammkneipen in der ganzen Welt erwartet hätte. Allerdings habe ich mir die Getränkekarte auch nicht genau angesehen, weil wir ja soviel reden und essen mussten, vielleicht gibts noch tolle andere Sachen, die noch auf uns warten.

Also? Also, ich würde hingehen, wenn ich mich abends noch kurzfristig mit Kollegen aus der Gegend treffen wollte oder zu einem Mittagessen außerhalb der Kantine. Aber auch dann würde mich, wie immer bei dem Selbstbedienungskonzept dieser Läden, das Rumgerenne und die Warterei stören. Ansonsten ist der Laden geschmackvoll eingerichtet für eine Kette und das Essen ist ok. Würde ich asiatisch essen gehen wollte, würde ich eher an das Rüen Thai an der Kennedybrücke denken oder das Makiman für Sushi oder den AsiaWok (wenn’s zum Mitnehmen wäre) oder – wenn schon Kette – dann zum MoschMosch, da wird wenigstens bedient. (Beim Ginyuu ja jetzt auch….)

Kreditkarten – Zahlen kann man in bar oder mit EC-Karte.

Wie kommt man hin? – Mit Bus und Bahn kann man am Erich-Ollenhauer-Platz aussteigen und muss nur über die Ampel. Parken ist nicht ganz einfach. Es gibt ein paar Parkplätze an der Straße und unten am Rhein oder man parkt an der Beethovenhalle oder im Parkhaus an der Oper.

Ginyuu
Ollenhauerstraße 1 (Seite Friedrich-Ebert-Allee),
53113 Bonn

+49 228 184741 – 67

http://www.ginyuu.de

Öffnungszeiten
Mo bis  So 11 bis 23 Uhr

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