Alabàrdos (Budapest)

Gran Cru Falls ihr mal wieder in Budapest seid und typisch essen wollt und vielleicht sogar gerne Wein trinkt, liegt das Alabàrdos ganz weit vorne. Aufgrund einer Empfehlung eines offensichtlich expertären Kollegen sind wir abends noch kurzfristig die dreitausend Stufen den Burgberg hoch, um uns noch ein schönes warmes leckeres Essen servieren zu lassen.

Atmosphäre: Ich war erst zweimal in Ungarn essen und es war jedesmal gleich: Plüschig und sehr formell. So auch hier: Hohe Räume mit Schlachtengemälden, Wandteppichen und altertümlichen Waffen. Tischdecken bis auf den Boden (und wenn man nicht aufpasst, verwickelt man sich so drin, dass man nachher mitsamt dem Geschirr ‚rausgetragen werden kann). Und natürlich die Kellner. Einer kümmert sich um die Mäntel, der zweite legt einem die Servierte auf’m Schoß, der nächste bringt die Karte, der übernächste das Brot, empfiehlt den Wein (ok, das war der Sommelier) und der letzte spielt leise auf der E-Guitarre klassische Rocksongs.  Und der Superkracher: Natürlich sprechen sie Deutsch. (Also keine doofen Bemerkungen über Stadt, Land, Fluss!). Und alle sind freundlich, aufmerksam und ziemlich helle. Was ich sagen will, ist, dass der Sommelier richtig Ahnung von den dreitausend Weinen auf der Karte hatte und dass der Kellner aus der Wahl meiner Hauptspeise (irgendwas ohne Fleisch) messerscharf geschlossen hat, dass ich vielleicht Vegetarier bin, so dass der ‚Gruß aus der Küche‘ für mich auch vegetarisch war. Ich gestehe, ich war beeindruckt.

Was gibts zu essen? Schwer zu sagen. Es gab Wild, Pasteten, Terrinen und vor allem Ente. Wobei das letztere – wenn mein Kollege recht hat – eine ungarische Spezialität ist und deshalb probiert werden musste. Genau wie die Tokajer Weine, die man offensichtlich zu jedem Gang trinken kann, wenn man keine Angst vor süßem Wein hat. Dabei haben wir auch gelernt (Reisen bildet mal wieder), dass die Süße nicht in Öchschen ausgedrückt wird, sondern in Fäßchen (Puttony – Bütten). wobei Sieben Fässer wohl das höchste sind (und die können ja nicht gefährlich sein – sagte schon Rohland Kaiser, bevor er dem Alkohohl abschwohr).

Aber zurück zum Essen: Ich würde ja sagen, auch das Essen hatte so mal mindestens fünf bis sechs Fäßchen. Habe lange nicht mehr so fantasievoll zubereitetes und vor allem angerichtetes Essen gesehen. Variationen von Birnen bedeutete frische Früchte, Konfitüre, Sauce von Birnen, ähnlich be- und verarbeitete der Koch Bohnen, Gurken, Kartoffeln – einfach sehr liebevoll und expertös. Also, wenn man keine Ahnung hat – wie ich – würde man das ganze schon fast in die Reichweite molekularer Küche rücken, obwohl das nochmal ’ne ganz andere Nummer wäre. Aber selten so eindruckvoll dekorierte Teller gesehen – natürlich von den Kellnern gleichzeitig serviert inklusive der silbernen Abdeckhauben, die konzertiert von den Tellern gehoben wurden – tadaaaa.

Eine Sache noch: Der Preis war auch eine sehr angenehme Überraschung.

Also? Auf jeden Fall hin. Oben auf dem Burgberg ist man vielleicht sowieso abends noch, dort gibt es ja einige Touristenattraktionen (wir kamen direkt aus dem Mercure-Hotel Buda und mussten nur über die Straße die Treppen hoch- (Achtung: danach auch wieder runter-) stolpern. Außerdem ist der Blick von oben auf die Stadt gaaanz reizend. Wenn ihr mal da wart – lasst mich wissen, wie Ihr’s fandet. Und macht ein paar Fotos – vor lauter Verzücktheit habe ich es echt verpennt, welche zu machen.

Adresse: Országház u. 2, 1014 Budapest, Ungarn
Telefon:  (+36 1) 356 08 51
Homepage: http://www.alabardos.hu

Öffnungszeiten
keine Ahnung. Die Herren waren so freundlich, einfach so lange dazubleiben, bis wir Dessert, Digestiv und Kaffee beendet und alle wichtigen Themen besprochen hatten.

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