Brotkuchen

Vor unheimlich langer Zeit hat mir mal eine Kollegin aus Chile ein Rezept für Brotkuchen verraten, das ich dann noch viel später in einem Bonner Kochbuch wiederfand.

Apfeltaschen zähle ich ja mit Kesselskuchen oder Buttermilchsuppe (von Frollein Wirges auch gerne ‚Bohnensuppe ohne Bohnen‘ genannt, das Kind war immer schon mächtig helle) zu den Klassikern der Familienküche, weil es sie regelmäßig samstags (als Stärkung für die Heimwerker) oder sonntags gab (als Belohnung für die, die gebadet hatten). Brotkuchen gabs aber nie. Wahrscheinlich hatte meine Mama bloß keine Lust, eine Variante mit (für meinen Opa) und eine ohne Rosinen zu backen (für die kleine ‚Ich-mag-keine-Rosinen-und-geb-sie-alle-heimlich-dem-Hund‘-Tussi).

Dafür mussten wir letzten Samstag ins Museum gehen. Und das Café hatte sich, wahrscheinlich zu nah am Haus der Geschichte gelegen, irgendwie der rheinischen Küche verschrieben. Und da hab ich zum ersten Mal Brotkuchen gegessen. Er wurde warm mit Vanillesauce serviert und hatte auch Dörrpflaumen und Äpfel eingebacken – die kommen in diesem Rezept allerdings nicht vor.

Dieses Rezept ist aus dem ‚Kochbuch aus Bonn‘ von Angelika Ruge-Schatz und Hildegund Schloßmacher und wird – wenn man den Damen glauben darf, heute noch in einer Bäckerei in der Adolfstraße gebacken. Ich frage mich, ob’s in der Adolfstraße immer noch eine Bäckerei gibt… (und damit meine ich nicht Mr. Baker).

6 Eier (trennen)
180 g Zucker
gemahlene Nelken
Zimt
Zitronenessenz (mir ist nicht ganz klar, ob das Schale sein kann oder Aroma)
1 Esslöffel Rum
40 g geriebene Mandeln
50 g weiche Schokolade
180 g trockenes, geriebenes Schwarzbrot

Butter für die Springform, wenn nötig.

Puderzucker und Wasser für einen Zuckerguß.

Eiweiß steif schlagen, Eigelb mit dem Zucker schaumig rühren. Alle anderen Zutaten hinzugeben, zum Schluss den Eischnee darunterziehen. In eine Springform geben.

45 Minuten bei mittlerer Hitze (könnt ihr euch ja selbst ausdenken, was das für euren Ofen bedeutet).

Nachher, wenn abgekühlt, mit Zuckerguß überziehen.

Die Variante von Pilar
braucht etwas mehr Erfahrung und Gefühl für Mengenverhältnisse und geht so:
Altes Brot (Weißbrot, Brötchen, Toastbrot)
2-3 Eier
2-3 Löffel Margarine
1 – 1,5 Löffel Zucker
1 Packung Vanillezucker
etwas Milch
Rosinen (für manche von uns)

Brot in Wasser einweichen und gut ausdrücken. Eier, Margarine, Zucker und Milch schaumig verrühren, Brot hinzugeben, die Rosinen vergessen und in eine karamellisierte Form gießen. Keine Ahnung, wie man eine karamellisierte Form macht, ich hab leider vergessen, sie zu fragen, als wir noch zusammengearbeitet haben. Aber ihr seid ja begabt und experimentierfreudig…

Bei 200 Grad C backen. Keine Ahnung, wie lange. Aber ihr seid ja…

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